Thema der Woche: Gehen Sie zur Wahl!!
- Von Nicole Munk -
Die Zeit der TV-Duelle ist vorbei. Am Sonntag hat endlich der das Sagen, um den es eigentlich gehen sollte. Der, der in den letzten vier Jahren nie das Gefühl hatte, es geht wirklich um ihn, den Wähler.
Zuviel haben die Bundesbürger in der letzten Legislaturperiode erdulden, ja sogar erleiden müssen. Plötzlich steht der Wähler aber für die Politiker wieder an erster Stelle. Plötzlich sind die steigende Arbeitslosigkeit, Wirtschaftsdesaster, Firmenpleiten etc. auch wieder Themen für die, die eigentlich an der Misere schuld sind. Logisch, denn jetzt werden wieder viele Schäfchen gebraucht. Viele Schäfchen, denen man für die nächsten vier Jahre Besserung verspricht, sich nach der Wahl allerdings an nichts mehr erinnert. Deshalb dürfte jedem wahlberechtigten Bundesbürger jetzt die Chance klar sein, endlich dafür zu sorgen, dass es in unserem Land wieder aufwärts geht. Die Bundesbürger dürfen sich nicht zu den Schafen derer machen, die das Desaster zu verantworten haben.
Deutschland steckt in der schwersten wirtschaftlichen Krise nach dem Krieg. Und diese Krise ist hausgemacht. Hierfür die weltwirtschaftliche Lage verantwortlich zu machen, heißt die Augen vor der eigenen Unfähigkeit zu verschließen.
Volksvermögen wurde in nicht zu verantwortender Dreistigkeit vernichtet. Und unsere Volksvertreter spielten in diesem schlechten Film die Hauptrolle. Der Aktienmarkt ist zum Tummelplatz für Betrüger geworden, der Neue Markt präsentiert sich als Selbstbedienungsladen. Der Telekomskandal mit der sogenannten Volksaktie hat alle bis ins Mark getroffen. Das hierdurch vernichtete Volksvermögen fehlt den Bürgern im Portemonnaie.
Lebensversicherungen haben durch Spekulation an der Börse und windige Immobiliengeschäfte die Gewinne für ihre Mitglieder verspielt, eine Pleitewelle ist auch hier zu erwarten. Leidtragender wird wieder der Bürger sein. Die Kontrollmechanismen reichen nicht aus. Ämter haben Vollmachten und nutzen sie nicht. Ein Schutz für das Vermögen der Bürger ist so gut wie nicht vorhanden. Wo ist der Anlegerschutz für Kleinaktionäre?
Mit Versprechungen versuchen Politiker, die eigene Ohnmacht zu überspielen:
- 150 Millionen für Holzmann - Holzmann ist pleite.
- Jetzt 400 Millionen-Versprechen für MobilCom. Wer sagt uns, woher das Geld kommt?
- Nach der Flutkatastrophe in den neuen Ländern wird in den betroffenen Gebieten jeder Betrieb wieder so aussehen, wie vorher. Bis jetzt hat sich in dieser Richtung wenig getan. Viele Firmen stehen vor dem Aus oder haben schon die Segel gestrichen. Die Leute dort haben das Vertrauen längst verloren. Statt schneller, unbürokratischer Hilfe ereilte viele Firmen der plötzliche Tod. Die Banken sollen auf ihre Forderungen verzichten. Das ist nicht notwendig, wenn die Politik ihre Versprechen hält.
Dem Mittelstand wird der Boden unter den Füßen entzogen. Der Bereich, der mehr als zwei Drittel der Arbeitsplätze in Deutschland bietet, steht am schlechtesten da. Steuern und Bürokratie nehmen mittelständigen Betrieben die Luft zum Atmen.
Soziale Ungerechtigkeit treibt allein erziehende, arbeitswillige Mütter zum Sozialamt. Sie sind aus der Not heraus gezwungen, nebenher schwarzarbeiten zu gehen.
Das Geld wird aus den Bürgern herausgepresst, wie der Saft aus einer Zitrone. Das ganze Verhältnis stimmt nicht mehr. Damit muss endlich Schluss sein.
Es geht nicht um Schröder oder Stoiber, es geht um unser Land! Es geht darum, eine Änderung herbeizuführen.
Am Sonntag haben wir alle die Gelegenheit dazu. Nutzen Sie sie - gehen Sie zur Wahl!
Wir Bürger wollen keine TV-Duelle, wir wollen soziale Gerechtigkeit, Wohlstand und Zufriedenheit.
Stadtzeitung Bad Nauheim Nr. 564 vom 20.09.2002
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